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Und jetzt, wo stehen wir heute? Ängste und
Sorgen sind weitgehend besiegt, Chemie und Technik haben unsere Erde
ertragreicher gestaltet, Schädlinge dezimiert, die Qualität der Frucht
verbessert und Versicherungen schützen vor lebensbedrohenden Notlagen.
Wozu also Erntdank noch heute? Sind wir doch
überzeugt, unsere Probleme selbst lösen zu können!
Denn: uns gehört die Erde und wir bestimmen,
was sie trägt. Dieses Selbstverständnis sollte uns aber zum Nachdenken
veranlassen. Ohne die immer wirkende Kraft eines Schöpfers kein Leben, keine
Kornfelder, keine Weiden, keine Bäume und keine Gewässer! Und hier ist es
Zeit, uns in Demut und Dankbarkeit unseren Vorfahren anzuschließen – wir
nennen es schlicht und einfach Erntedank. Kein Chemiekonzern und keine
Bodenreform kann das jahrtausende lange Wirken jener Kraft ersetzen, durch
welche das Leben und Gedeihen auf unserem Planeten möglich wird
Genau diese Grundgedanken
haben den Trachten Gau München bewegt, Erntedank in der Stadtpfarrei St.
Canisius zu begehen, um Dankbarkeit und Ehrfurcht unserem Schöpfer zu
erweisen. Durch die Unterstützung von Ismaninger Landwirten war es uns
möglich mit Obst, Gemüse und Getreide sowie mit der Erntekrone die
die Jugend von Alt- Miesbach München gebunden hat, das Sinnbild der Krönung
und der Schöpfung zu gestalten. Der gebundene Erntekranz als Sinnbild für
Anfang und Ende ergänzte den prächtig geschmückten Erntedankaltar.
Möge uns unser Herrgott noch lange vor Hungersnot
bewahren.
Dr. Rudolf Scheininger / Harry
Fischer
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